So wird sich High Performance Computing (HPC) künftig entwickeln

By | 6. Oktober 2014

Auch dank IBM GPFS ist Infiniti Red Bull Racing so erfolgreichIn einem wirklich spannenden Beitrag der Fachzeitschrift „IT-Director“ unter dem Titel „HPC-Systeme als Boliden der Zukunft“ stellt die Autorin Ina Schlücker unter anderem die interessante These auf, dass Supercomputer in immer neue Bereiche vorstoßen und somit Branchen bei der Berechnung komplexer Probleme unterstützen werden, die bisher kaum oder gar kein Gebrauch von den schnellsten Rechnern der Welt machen.

Die Rede ist von der Automobilbranche, vom Finanzsektor und vom verarbeitenden Gewerbe. So werden nicht nur die Forschung und Lehre von den HPC-Systemen profitieren, sondern es wird auch mehr und mehr Rechenzeit in das Simulieren von bestimmten Aufgaben investiert. So setzt beispielsweise das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum Supercomputer ein, um am Rechner das physikalische Flugverhalten von Flugzeugen zu simulieren. Das verkürzt in vielen Fällen die Entwicklungsdauer neuer Modelle und reduziert zudem die Konstruktion von Testmodellen.

Aber auch das Thema Big Data treibt die Nachfrage an Supercomputern voran. So konnte ich mich letzte Woche selbst davon überzeugen, wie die AOK anhand der 24 Millionen Datensätzen seiner Versicherungsnehmer hilfreiche Informationen extrahieren kann. So lässt sich anhand dieser Big-Data-Analysen genau bestimmen, welche Krankenhäuser Optimierungsbedarf haben, welche Risikopatienten es gibt und welchen Einfluss bestimmte Medikamente auf den Krankheitsverlauf von Schlaganfällen haben. Unterstützt wird die AOK dabei vom WIdO, dem Wissenschaftlichen Institut des Versicherers, das auf Basis eines IBM System x mit 16 Rechnerknoten wichtige Antworten auf drängende Fragen liefert.

IBM Watson beschert künftig Supercomputer-Ressourcen für die Medizin

Darüber hinaus trägt das derzeitige Vorzeigeprojekt IBM Watson eine Menge dazu bei, dass Supercomputing mehr und mehr Einzug in Branchen hält, die vor ein paar Jahren noch auf die Rechenkraft der Supercomputer verzichten mussten, weil sie es sich finanziell nicht leisten konnten. Dazu gehört beispielsweise der gesamte medizinische Bereich, der künftig hochkomplexe Probleme wie das Erforschen neuer Behandlungsmethoden mit der Hilfe von Watson zielgerichtet lösen kann, indem dieser Cloud-Service lediglich für einen bestimmten Zeitraum gebucht wird. Damit entfallen kostenintensive Investitionen, und hochqualifiziertes IT-Fachpersonal ist ebenfalls nicht mehr notwendig, da man Watson die Fragen auf natürliche Art und Weise stellen kann.

Der Übergang von IBM x86-Servern zu Lenovo wird HPC im Mittelstand etablieren

Fakt ist zudem, dass die Übernahme der gesamten x86-Serversparte von IBM durch Lenovo, die noch in diesem Jahr endgültig erfolgen wird, den HPC-Markt künftig stärker im Mittelstand etablieren wird. Denn mit Lenovo hat IBM einen Partner gewählt, der über ein großes Netzwerk und große Produktionsstätten verfügt, die es dem Hersteller erlauben, HPC-Systeme jeglicher Größer und Rechenleistung zu bezahlbaren Preisen zu bauen. Das wird vor allem Ingenieurbüros, aber auch Design-Schmieden und andere Unternehmen freuen, die verstärkt auf die Rechenleistung kleinerer und mittelgroßer HPC-Systeme angewiesen sind, da die erforderliche Rechenzeit permanent zunimmt.

Der Bedarf an HPC-Rechenzeit nimmt kontinuierlich zu

Doch auch in der traditionellen HPC-Branche wie Forschung und Lehre nimmt der Bedarf an immer schnelleren HPC-Boliden unaufhörlich zu. So sind IBM und das LRZ Garching gerade dabei, die zweite Ausbaustufe des SuperMuc zu installieren, die es auf eine theoretische Rechenleistung von etwa 7 PetaFLOPS bringen wird. Dies ist der neuen Server-Generation IBM System x M5 zu verdanken, in der die neuen Intel Haswell-Serverprozessoren installiert sind. Zudem kommt im SuperMuc eine Warmwasserkühlung zum Einsatz, die dazu führt, dass trotz der steigenden Rechenkapazität der Energiebedarf auf etwa dem gleichem Niveau bleiben wird. Ein ebenfalls wichtiger Aspekt für die Supercomputer der Zukunft.

 

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Michael Hülskötter

Ich schreibe im Auftrag der IBM Deutschland GmbH auf dem Hightech Computing Blog.
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