SuperMUC schafft in der Erdbebensimulation mehr als 1 Petaflops

By | 16. April 2014

Visualisierung von Schwingungen im Inneren des Vulkans Merapi – Bild: Alex Breuer (TUM) / Christian Pelties (LMU)Über den SuperMUC habe ich hier bereits zweimal berichtet: Einmal über die sehr famose Superkühlung des Highend-Rechners und zum anderen in Form eines Interviews, das ich mit Professor Dr. Bode geführt habe. Und da alle guten Dinge drei sind, folgt hier der Hinweis auf einen Rekord, den der SuperMUC erst kürzlich aufgestellt hat.

Die Rede ist von einem neuen Rechenspitzenwert, den der Garchinger Superrechner vorzuweisen hat. Zwar steht er in der Top-500-Liste der schnellsten Supercomputer mit gut 3 Teraflops an Platz 10, dies ist allerdings nur der aktuell theoretische Maximalwert des SuperMUC. In der Praxis ist es Wissenschaftlern und Informatikern der TU München in Verbindung mit der Erdbebensimulationsanwendung SeisSol jetzt aber zum ersten Mal gelungen, die 1-Petaflop-Schallmauer zu durchbrechen, was einen echten Meilenstein des LRZ Garching darstellt.

Parallelisierter Quellcode sorgt für Spitzenrechenleistung

Um diese magische Grenze von mehr als einer Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde zu knacken, musste SeisSol in aufwändigen Arbeiten für die 147.456 Rechenkerne der Intel Xeon-Prozessoren so angepasst werden, dass die Software zur Erforschung und Simulation von Erdbeben bestmöglich auf den IBM System x iDataPlex dx360 M4 Servern zum Einsatz kommt. Hierfür wurde der aus 70.000 Zeilen bestehende Quellcode mit diversen Techniken, Methoden und Werkzeugen vollständig parallelisiert. Nur dann kommt eine Spitzenrechenleistung wie 1 Petaflops zustande. Das entspricht einer Verfünffachung der bisherigen maximalen Rechenleistung, die mit SeisSol möglich war.

Das virtuelle Experiment, das auf dem SuperMUC für diesen neuen Rekord gesorgt hat, steht übrigens in Verbindung mit dem Merapi, einem aktiven und als sehr gefährlich geltenden Vulkan auf der indonesischen Insel Java. Da dieser unter geometrischen Aspekten als sehr schwierig zu simulieren gilt, wurden auf dem SuperMUC innerhalb von drei Stunden enorme Berechnungen durchgeführt, die zeigen sollen, wie sich der Merapi künftig verhalten wird.

Selbstverständlich ist das nur ein kleiner Zwischenschritt bei der Erforschung von Erdbeben. So sollen in einem nächsten Projekt mögliche Bruchprozesse und die damit in Verbindung stehenden seismischen Wellen genauer erforscht werden. Denn nur wenn das noch exakter und zuverlässiger gelingt, lassen sich in Zukunft Erdbeben besser voraussagen und im Vorfeld entsprechende Maßnahmen ergreifen.

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Michael Hülskötter

Ich schreibe im Auftrag der IBM Deutschland GmbH auf dem Hightech Computing Blog.
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2 thoughts on “SuperMUC schafft in der Erdbebensimulation mehr als 1 Petaflops

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