Interview: „IBM GPFS Storage Server packt 200.000 Studenten in ein Rack“

By | 19. Februar 2014

Oliver Kill von der pro-com Datensysteme GmbHWie ich auf diesem Blog schon berichtet habe, fahre ich am 9. März für drei Tage auf die CeBIT, um dort vor allem über die aktuelle HPC-, Cloud- und Supercomputing-Szene aus IBM-Sicht zu berichten.

Auf deren Stand in Halle 2 werden zahlreiche interessante Zonen zu sehen sein, die sich mit sechs verschiedenen Themenbereichen auseinandersetzen. Eine dieser Zonen nennt sich „Cloud Computing“, auf  der unter anderem die Firma pro-com Datensysteme aus Eisligen bei Stuttgart vertreten sein wird.

Zu meinen vorbereitenden CeBIT-Maßnahmen zählen diverse Gespräche mit den anwesenden IBM-Partnern, die am Stand A10 ihre Lösungen präsentieren werden. Solch ein Interview habe ich heute mit Oliver Kill geführt, der einer der beiden Geschäftsführer der pro-com Datensysteme GmbH ist. Von dem habe ich unter anderem erfahren, was das Besondere an IBM GPFS Storage Server ist, was es mit der Firma ownCloud auf sich hat und das 200.000 Studenten in einen vollausgestatteten Serverschrank passen.

Herr Kill, was macht Ihre Firma genau?

Oliver Kill: Wir sind seit 1989 am Markt und sind seitdem Premier Partner der IBM. Das heißt, dass wir auf das volle IBM-Portfolio setzen, also auf alles, was mit Servern, Storage und High Performance Computing zu tun hat. Dabei achten wir stets darauf, dass wir gemeinsam mit der IBM das Thema Neue Technologien so früh wie möglich besetzen, um uns einen Vorsprung am Markt verschaffen zu können. Das hat auch mit unserer Klientel zu tun, die sich traditionell aus den Bereichen Forschung und Lehre rekrutiert. Wir beobachten allerdings, dass mehr und mehr Industrieunternehmen bestimmte Lösungen der Lehranstalten übernehmen und für ihre Zwecke adaptieren.

In welchen Bereichen der Wirtschaft findet das bevorzugt statt?

Das sehen wir vor allem in den Bereichen, für die das Thema Simulationen eine wichtige Rolle einnimmt. Dazu gehört natürlich die Automobil-Branche mit ihren Crash-Tests, aber auch der Industriesektor Regenerative Energien wie die Betreiber von Windrädern greifen immer häufiger auf HPC-Systeme zurück, mit deren Hilfe und Rechenleistung umfangreiche und komplexe Simulationen betrieben werden können. Dieses rechnergestützte Simulieren der realen Welt bietet zwei wesentliche Vorteile: Zum einen ist es trotz der Anschaffungskosten eines HPC-Systems deutlich günstiger als reale Simulationstests, und zum anderen kann man am Rechner verschiedene Designs parallel entwickeln und testen.

Und wie muss ich mir das mit Windrädern vorstellen?

Hier geht es um Faktoren wie die Oberflächenbeschaffenheit der Rotoren, aber auch um die richtige Platzierung der Windräder innerhalb eines bestimmten Gebiets, in dem die Anlage aufgestellt werden soll. Das lässt sich direkt am Rechner simulieren, mit allen möglichen Konsequenzen wie der Energieeffizienz und dem Sonnenschatten. Hierbei spielt natürlich die Zuverlässigkeit der Voraussagen eine große Rolle, die dank der enormen Rechenleistung der aktuellen HPC-Systeme sehr hoch ist. Das macht die Tests im realen Leben zwar nicht überflüssig, aber deutlich günstiger, da ein neues Auto nicht 80 mal, sondern nur noch fünfmal gegen die Wand gefahren werden muss.

Was werden Sie am IBM-Stand auf der CeBIT zeigen?

Wir werden in Hannover einen Komplettrechner dabei haben, der sich IBM GPFS Storage Server nennt, den wir unseren Kunden in Verbindung mit einer Middleware namens ownCloud anbieten. Damit können wir noch besser als bisher die Bereiche Forschung und Lehre adressieren, da diese Kompaktlösung vor allem im universitären Bereich eine sehr gute Alternative zu anderen verfügbaren Cloud-Lösungen bietet.

Was macht denn diese Lösung so besonders?

Zwei Dinge sprechen für diese Cloud-Lösung: Zum einen ist sie deutlich kostengünstiger, da dank GPFS keine RAID-Controller und andere notwendige Komponenten zum Einsatz kommen. Und zum anderen skaliert dieses Speichersystem derart gut, dass es keine Rolle spielt, ob sie 2.000, 20.000 oder gar 200.000 Anwender auf die Cloud-Umgebung zugreifen lassen. Das Ganze geschieht sehr komfortabel über sämtliche Plattformen hinweg, und zwar unter Einhaltung sämtlicher rechtlicher Vorgaben und einem Höchstmaß an Sicherheit. Wir nennen diese Lösung „Academic Private Cloud“.

Wie genau garantieren Sie die Cloud-Sicherheit?

Nun, zum einen befindet sich der GPFS Storage Server in den Räumen des Kunden, sodass Daten sehr sicher aufbewahrt werden können. Und zum anderen kommt zwischen Client und Server eine echte Punkt-zu-Punkt-Verbindung zustande, die absolut abhörsicher ist.

Wie sehen die Spezifikationen dieser Lösung aus?

In Sachen Speicherkapazität liegen wir zwischen 200 Terabyte und 2 Petabyte, die Rechenleistung des IBM GPFS Storage Servers liefert ein IBM NeXtScale System, womit man zwischen 5.000 und 200.000 Anwender mit Cloud-Daten versorgen kann. Und das alles in einem einzigen Rack, was die Stellfläche und den Energiebedarf erheblich begrenzt. Ein weiterer Vorteil dieser Lösung.

Und diese Cloud-Lösung zeigen Sie auf der CeBIT 2014 auf dem IBM-Stand?

Ganz genau, da werden wir uns per Remote-Anbindung auf einen Academic Private Cloud-Rechner einwählen und zeigen, wie einfach sich das Gesamtsystem administrieren und bedienen lässt.

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Michael Hülskötter

Ich schreibe im Auftrag der IBM Deutschland GmbH auf dem Hightech Computing Blog.
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3 thoughts on “Interview: „IBM GPFS Storage Server packt 200.000 Studenten in ein Rack“

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