IBM Watson sagt dem Krebs den Kampf an

By | 29. August 2014

IBM Watson Discovery AdvisorWussten Sie, dass alle dreißig Sekunden eine wissenschaftliche Arbeit im Internet veröffentlicht wird, die vollgepackt mit hilfreichen Informationen ist? Wie hilfreich wäre es aber erst, wenn Wissenschaftler aus aller Welt auf diese neusten Erkenntnisse ihrer Kollegen zugreifen könnten, und das ohne aufwändige Online-Recherche, sondern lediglich mithilfe eines Cloud-Dienstes.

Genau diesem Ansinnen folgt der IBM Watson Discovery Advisor, den Big Blue jetzt vorgestellt hat. Dieses leistungsfähige Cloud-System, über das ich ja hier schon das ein oder andere Mal berichtet habe, bedient sich hierzu einer Technik, die IBM Cognitive Computing nennt.

Dahinter verbirgt sich vereinfacht gesagt die Annahme, dass ein Hochleistungssystem wie Watson innerhalb kürzester Zeit Tausende und Abertausende von Dokumenten, Blogeinträgen und andere unstrukturierte Daten nach bestimmten Informationen durchforsten kann, und das anhand spezieller Fragen, die Watson wie einem echten Menschen gestellt werden.

Das Geheimnis hinter Cognitive Computing

Will also beispielsweise ein Mediziner wissen, wie eine bestimmte Krankheit am besten behandelt wird, stellt er Watson die passenden Fragen dazu, und der IBM-Rechner beginnt damit, auf Basis der vorliegenden Datenbasis die Fragen bestmöglich zu beantworten. Das Ergebnis: Eine ziemlich genaue Hilfestellung, wie der Fragesteller mit seinem Problem verfahren sollte.

Doch nicht nur beim Eingrenzen einer bestimmten Krankheit oder anderen Problemstellungen kann Watson helfen. So investierten die weltweit 1.000 größten Forschungsunternehmen alleine im letzen Jahr mehr als 600 Milliarden US-Dollar in die Forschung neuer Heilungsmethoden und anderen Dingen. Und das geschieht Jahr für Jahr, denn der Aufwand für das Erforschen eines neuen Medikaments oder einer neuen Heilungsmethode ist äußerst zeit- und geldaufwändig. Mit Watson Discovery Advisor lässt sich dieser monetäre und zeitliche Aufwand erheblich reduzieren.

Watson hilft bei der Bekämpfung von Krebs

Dass IBM mit seinem neuesten Cloud-Service erste Erfolge verzeichnen kann, belegen diverse Projekte, die sich des Watson Discovery Advisors bereits bedienen. So ist es dem Baylor College of Medicine aus Houston in Texas mithilfe von Watson gelungen, innerhalb weniger Wochen neue Proteine zu entwickeln, die das für viele Krebsarten verantwortliche Proteien p53 höchsteffizient manipulieren können. Daraus sollen neue Behandlungsmethoden entstehen.

Dazu zog Watson Discovery Advisor 70.000 wissenschaftliche Artikel zum Thema p53 zurate. Anhand der daraus resultierten Erkenntnisse ließen sich sechs Porteine identifizieren, die für die Bekämpfung bestimmter Krebsarten infrage kommen. Ein riesiger Erfolg, wenn man bedenkt, dass für das Erforscher solcher Proteine mit herkömmlichen Recherchen und Rechnern rund ein Jahr ins Land geht – pro Protein.

Dem Glioblastom auf der Spur – dank Watson

Aber auch am New York Genome Center kommt IBM Watson samt des Discovery Advisors zum Einsatz. Dort wird unter anderem an dem Erforschen neuer Heilungsmethoden eines besonders aggressiven Hirntumors, dem Glioblastom gearbeitet. Hierzu wird mithilfe von Watson eine Studie erstellt, die neue, DNA-basierte Behandlungsmethoden zum Ziel hat, mit denen möglichst bald eine vielversprechende Behandlung von Glioblastom möglich sein soll.

 

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Michael Hülskötter

Ich schreibe im Auftrag der IBM Deutschland GmbH auf dem Hightech Computing Blog.
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