IBM Watson: ein Supercomputer geht in die Cloud

By | 12. Dezember 2013

IBM WatsonAnfang 2011 war es soweit: Da gewann ein Computer die US-amerikanische Quizshow „Jeopardy“, bei der anhand einer komplexen Antwort die richtige Frage formuliert werden muss.

Der Name des Computers: IBM Watson, in dem damals insgesamt 2.880 Prozessorkerne vom Typ IBM POWER7 und 14 Terabyte RAM zum Einsatz kamen. Mit dieser enormen parallelisierten Rechenleistung und der zugrunde liegende Software-Technik DeepQA konnte Watson für jede der Antworten in weniger als drei Sekunden die richtige Frage finden – und damit seine menschlichen Konkurrenten bezwingen.

Mit diesem Wissen und dieser Rechenkraft will IBM ab nächstem Jahr Wissenschaftlern, Ärzten, Finanzdienstleistern und anderen Berufsgruppen helfen, ihre Herausforderungen noch besser meistern zu können. Hierfür steht ab 2014 die IBM Watson Developers Cloud zur Verfügung, auf der sich Kunden einwählen und die nahezu unerschöpflichen Ressourcen und Kapazitäten von IBM Watson nutzen zu können.

IBM Watson geht in die Cloud- und alle profitieren davon

So können Mediziner beispielsweise mithilfe von Watson auf einen riesigen Fundus an Fachliteratur zurückgreifen, mit deren Hilfe der IBM Supercomputer die Lösung für ein medizinisches Problem schneller lösen kann bisher. Aber auch Finanzdienstleister können sich der Hilfe von Watson bedienen, indem sie nicht nur Börsenkurse analysieren (was ziemlich trivial ist), sondern mit der DeepQA-Technik des IBM-Rechners Wirtschaftsnachrichten, Bilanzen und andere Informationsquellen anzapfen, die bei der monetären Beurteilung eines Unternehmens helfen.

Hinter DeepQA steckt eine kognitive Computertechnik, die auf der Basis umfangreicher Informationen zu einer Problemstellung genau die richtige Antwort oder Lösung findet. Dabei handelt es sich um eine äußerst geschickte Kombination aus Künstlicher Intelligenz, menschlicher Interaktion und der Kraft von Big Data. Hierfür kommen Bild- und Spracherkennung zum Einsatz sowie ein permanenter Lernprozess, den sowohl den Computer als auch den Anwender betrifft. Zudem werden Techniken wie visuelle Analysen und Datenvisualisierung eingesetzt, um auf diesem Weg die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Vordefinierte oder eigene Anwendungen – Watson unterstützt sie alle

Neben vordefinierten Anwendungen, die innerhalb der IBM Watson Developers Cloud zur Verfügung stehen sollen, gewährt IBM auch die Möglichkeit, mithilfe eines Software Development Kit (SDK) und der Watson-API eigene Applikationen zu programmieren. Damit sind ganz neue Szenarien denkbar, die von der sprachgesteuerten Support-Hotline bis zur interaktiven juristischen Erstberatung reichen. Und das alles mithilfe eines einzigen Rechners.

Watson liefert aber nicht nur die passenden Antworten auf die dringendsten Fragen unserer Zeit, sondern vermag auch mit riesigen Datenmengen umzugehen. Hierfür kommt das Hadoop-Framework zum Einsatz, das unter anderem auf den IBM PureData System for Hadoop vorinstalliert ist. Darüber hinaus läuft auf Watson Apache UIMA (Unstructured Information Management Architecture) und SUSE Linux Enterprise Server 11. Zudem greift der IBM-Supercomputer auf mehr als 100 Techniken zurück, mit denen sich Sprache analysieren lässt und die passenden Wissensquellen blitzschnell gefunden werden können. Das reicht von eingebetteten Tabellen bis zu Audiodokumenten und Zeitungsartikeln.

Parallel ausführbare Algorithmen – das ist IBM Watson

Natürlich steht am Ende dieses Beitrages wie so oft ein interessantes Video, das ich auf Youtube gefunden habe. Es wurde von Engadget gedreht, die mit einem der Erfinder von Watson, David Gondek, über sein „Baby“ sprechen. Dabei geht es vor allem um den Aspekt, dass Watson auf einer Vielzahl von Algorithmen beruht, die zur Beantwortung einer Frage  gleichzeitig zum Einsatz kommen. Denn genau das macht IBM Watson so leistungsstark.

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Michael Hülskötter

Ich schreibe im Auftrag der IBM Deutschland GmbH auf dem Hightech Computing Blog.
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