IBM POWER8 nimmt Fahrt auf: erste Maschinen in Sicht

By | 7. Oktober 2014

IBM Power System 824LAuf der International Supercomputing Conference habe ich ausführlich darüber berichtet: Mit der POWER8-Prozessorarchitektur will IBM ganze neue Wege gehen, was das Bereitstellen neuer Server und Dienste angeht. Hierfür hat Big Blue mit anderen Unternehmen wie Google und NVIDIA die OpenPOWER-Foundation gegründet, die schon seit geraumer Zeit fleißig an neuen Produkten und Standards arbeitet.

Tja, und heute hat IBM sein erstes Produkt der POWER8-Familie vermeldet, und zwar in Gestalt des Power S824L-Servers, der mit POWER8-Prozessoren ausgestattet ist. Diese CPU wurde vor allem für komplexe Big-Data-Anwendungen konzipiert und geschaffen, sodass es keine allzu große Überraschung ist, dass IBM neben dem neuen POWER8-basierten Server gleich einen ganzen Schwung von Anwendungen optimiert hat, die infolge der Anpassungen an POWER8 die Rechenleistung der IBM-Rechner bestmöglich ausnutzen.

IBM und NVIDIA schaffen superschnelle CPU-GPU-Server

Darüber hinaus hat IBM für den Power S824L-Server eng mit NVIDIA zusammengearbeitet. Herausgekommen ist eine Kombination aus POWER8 und NVIDIA-GPUs, was im Vergleich zu einem x86-basierten System ohne GPU-Beschleuniger eine vielfach höhere Rechenleistung ergibt. Zudem lassen sich Anwendungen parallel auf den POWER8- und GPU-Prozessoren ausführen.

Doch nicht nur die pure Rechenleistung der POWER8- und NVIDIA GPU-Prozessoren wird eine beschleunigte Ausführung von Anwendungen ermöglichen. So wird IBM gemeinsam mit seinen Technologiepartnern dafür sorgen, dass bestimmte Applikationen, wie sie in der Bio- und Molekularmechanik, im Finanzwesen und bei der Erstellung von Wettermodellen zum Einsatz kommen, optimal auf Power8-Systemen laufen. Die Rede ist unter anderem von SOAP3, NAMD, GROMACS und Quantum Espresso.

Neben diesen Verbesserungen arbeiten IBM und NVIDIA auch an einer beschleunigten Lösung für den CPU-GPU-Bus, der aktuell auf PCI Express basiert. Es handelt sich dabei um die NVIDIA NVLINK-Technik, mit der Daten künftig direkt zwischen CPU und GPU ausgetauscht werden können, was den Datenzugriff mit voller Bandbreite ermöglichen soll. Die ersten dieser Systeme kommen wohl 2016 auf den Markt.

Technische Merkmale des IBM Power S824L

  • jeweils zwei Prozessorkarten mit entweder 10 POWER8-Kernen (3,42 GHz) oder 12 POWER8-Kernen mit jeweils 3.02 GHz
  • pro CPU-Kern stehen je 512 KB L2- und 8 MB L3-Cache zur Verfügung. Darüber lassen sich 16 MB L4-Cache pro DIMM installieren
  • pro System steht ein Hauptspeicher von 32 Gigabyte bis 1 Terabyte zur Verfügung. Zwischen CPU und Speicher besteht eine Bandbreite von 192 Gigabit pro Sekunde
  • Festplattenseitig lassen sich bis zu 12 HDDs im 2,5-Zoll-Format einbauen, der integrierte SAS-Controller beherrscht RAID 0, 6, 6 und 1o. In Sachen Bandbreite kommt der IBM Power 824L auf 96 Gigabit pro Sekunde
  • auf dem System wird standardmäßig Ubuntu-Linux der Version 14.10 installiert. Es können aber auch AIX und IBM i darauf eingesetzt werden.

Weitere POWER8-Systeme gesellen sich hinzu

Neben dem IBM Power 824L-Server kommen weitere, neue Serversysteme auf den Markt, die auf Basis des IBM Power System 822L in Kombination mit IBM FlashSystem 840 riesige Datenmengen mithilfe der NoSQL-Technik spielend handhaben können. Damit benötigt man nur noch einen einzigen POWER8-Server, und nicht mehr 24 x86-basierte Rechner wie bisher. Damit ist deutlich weniger Platz vonnöten, zudem spart man ordentlich Strom. Aber auch die neuen Scale-Out-Server IBM Power E870 und Power 880 haben einiges zu bieten. Damit lassen sich bis zu 1.000 virtuelle Maschinen realisieren, und das auf Basis von 32, 40 oder 48 Prozessorkernen, die bis zu 4 Terabyte RAM verwalten können.

 

Bitte folgen

Michael Hülskötter

Ich schreibe im Auftrag der IBM Deutschland GmbH auf dem Hightech Computing Blog.
Bitte folgen