IBM Power Systems: Wie aus einem geschlossenen ein offenes System wird

By | 29. April 2014

IBM Power Systems S812L, eines der ersten System mit POWER8 CPUIBM hat die Zeichen der Zeit offensichtlich verstanden. Anders ist die jüngste Ankündigung nicht zu verstehen, aus der Power-Architektur ein offenes Modell zu machen. Das neue System nennt sich demzufolge völlig richtig OpenPOWER und soll all das umfassen, was man heutzutage für das Entwickeln von Hochleistungsservern benötigt. Dazu gehören so Dinge wie Chip-Design, Schnittstellen-Spezifikationen, Firmware, Software und vieles mehr.

Um daraus keinen unkontrollierbaren Wildwuchs entstehen zu lassen, wurde mithilfe von Google, Mellanox Technologies, NVIDIA, Tyan und IBM die zugehörige OpenPOWER Foundation ins Leben gerufen, die sich künftig um die Entwicklung neuer Hardware, Software und Plattformen kümmern soll. So steht das erste gemeinsame Projekt so gut wie in den Startlöchern.

IBM Power System S-Class-Server mit Power8-Prozessoren

Mit den brandneuen IBM Power System S-Class-Servern kommen die ersten Hochleistungsrechner auf den Markt, in denen der POWER8-Prozessor erstmals seine Arbeit aufnehmen wird. Dieser Highend-Chip ist gerade mal 2,54 Quadratzentimeter groß, werkelt mithilfe von über vier Milliarden Transistoren und spannt ein Kupferkabelnetz auf, das etwa 16 Kilometer umfasst. Damit sieht sich IBM bestens gerüstet für künftige Big-Data- und Analytics-Anwendungen, mit denen die permanent steigenden Datenmengen noch besser, schneller und exakter berechnet und ausgewertet werden können.

Klar, dass die ersten Applikationen schon bereit stehen, mit denen Big-Data-Analysen durchgeführt werden können. Diese nennen sich IBM Solution for BLU-Acceleration, IBM Solution for Analytics und IBM Solution for Hadoop und sind allesamt für Power8 und OpenPOWER optimiert. Damit sollen sich in Verbindung mit den neuen Power Servern Daten bis 50 Mal schneller als auf einem vergleichbaren x86-System analysieren und berechnen lassen. Vereinzelt soll je nach Anwendung sogar der Faktor 1000 möglich sein, mit dem die zugehörigen Daten verarbeitet werden.

OpenPOWER wird von zahlreichen Partnern vorangetrieben

Doch nicht nur IBM selbst mit den geplanten IBM Power Systemen S812L, S822L, S814, S822 und S824 sind vorbereitet für OpenPOWER, auch bei den 25 OpenPOWER Foundation-Mitgliedern tut sich so einiges. So zeigt Mellanox gerade seine RDMA Exploitation on POWER auf der IBM Impact 2014 Global Conference, die noch bis Freitag in Las Vegas stattfindet. Damit sollen Speicherzugriffszeiten erheblich beschleunigt und leistungshemmende Latenzzeiten verkürzt werden. Gerade in Zeiten von speicherintensiven Anwendungen, wie sie im Bereich Big Data verstärkt zum Einsatz kommen, wird superschneller Speicher zu einer Grundvoraussetzung von wirtschaftlichem Erfolg gehören.

NVIDIA setzt auch auf die Kraft von IBM Power

Aber auch NVIDIA steht mit Power-Anpassungen bereit, und zwar im Bereich GPU-Beschleunigung. Die Rede ist natürlich von Kepler und Tesla, mit denen sich GPU-intensive Anwendungen beschleunigen lassen, die vor allem zu Simulationszwecken eingesetzt werden. So soll bereits mithilfe einer verbesserten Integration der CUDA-Technik in die Power-Plattform eine acht Mal so schnelle Analyse auf IBM Hadoop-Basis erzielt worden sein.

Zum OpenPOWER-Konsortium gehört übrigens auch das Jülich Supercomputer Center. Mal sehen, ob ich dazu ein Interview bekommen werde. So, stay tuned…

Von der OpenPOWER Foundation soll ein ganzes Eco-System profitieren

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Michael Hülskötter

Ich schreibe im Auftrag der IBM Deutschland GmbH auf dem Hightech Computing Blog.
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