Happy Birthday, IBM System z [Upd]

By | 12. Februar 2014

IBM System z9Auf der diesjährigen CeBIT wird IBM ein Jubiläum begehen: die Mainframe-Rechnerarchitektur IBM System z wird 50 Jahre alt. Wenn das kein Grund zum Feiern ist.

Aber wie kommt IBM System z auf solch ein stolzes Alter von einem halben Jahrhundert? IBM hat die Großrechnerarchitektur doch erst zum Jahrtausendwechsel vorgestellt. Nun, die Rechnung ist ziemlich einfach: System z ist legitimer Nachfolger von System/360, dem legendären Mainframe-Rechner der IBM, der am 7. April 1964 das Licht der digitalen Welt erblickte. Und das macht – 50 Jahre. Nun ja, fast.

Von System/360 bis System z – 50 Jahre Mainframe-Technik

Die System/360-Systeme waren General-Purpose-Rechner, auf denen vor allem kaufmännische und technisch-naturwissenschaftliche Anwendungen zum Einsatz kamen. So setzte beispielsweise VW die System/360 zur elektronischen Datenverarbeitung ein. Betriebssystemseitig kamen TOS/360, DOS/360 und OS/360 infrage, die teilweise Multiprogrammierung unterstützten.

Acht Jahre später brachte IBM mit System/370 das Nachfolgesystem auf den Markt, das als bedeutendste Veränderung die Dynamic Address Translation aufwies. Damit war zum ersten Mal die Virtualisierung von Speichersystemen möglich, was die Großrechnerlandschaft in neue Sphären hievte. Obendrein wurde mit System/370 die Betriebssysteme OS/VS1 VM/370, OS/VS2 SVS, OS/VS2 MVX und DOS/VS eingeführt, die allesamt die Virtualisierung unterstützen. Bemerkenswert war auch die maximale Größe des Arbeitsspeichers: So kamen die ersten Modelle auf 2 MByte, die letzten Modelle der System/370-Serie ließen sich bis zu 6 MByte ausbauen. Das war 1976.

IBM System/390: CMOS und Gleitkomma-Arithmetik

Es dauerte bis 1990, als das Nachfolgemodell IBM System/390 der breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Es umfasste insgesamt sechs Generationen, die sich im Laufe der Jahre veränderten. So kamen zu Anfang noch Bipolartransistoren in den Prozessoren zum Einsatz, die später von der CMOS-basierten Transistoren abgelöst wurden. Und erst mit der fünften Generation wurden Gleitkommaeinheiten unterstützt. Darüber hinaus kam zum ersten Mal eine IBM-Rechnerarchitektur in anderen Mainframe-Systemen zum Einsatz, nämlich in Hitachi- und Siemens-Maschinen.

Am 3. Oktober 2000 war es dann so weit: Unter dem Namen IBM zSeries wurde die aktuelle Mainframe-Architektur vorgestellt, genauer gesagt die zSeries z900. Heute heißt die IBM-Architektur System z, die im Vergleich zur Vorgängerin System/390 wesentliche Unterschiede aufweist. Dazu gehört vor allem die 64-Bit-Adressierung, die ganz neue Möglichkeiten bei der Programmierung und Speicherverwaltung mit sich bringt. Zudem ist die Hardware der System z-Rechner redundant ausgelegt, sodass Ausfälle deutlich besser kompensiert werden können. Dafür steht auch das „z“ im Namen: z wie Zero Downtime.

Aber auch das plattenlose Design der System z-Großrechner stellt einen wesentlichen Unterschied dar, da diese Mainframes innerhalb eines SAN-Speichernetzwerks zum Einsatz kommen. Die Storage-Systeme werden entweder per ESCON- oder FICON-Technik mit dem Großrechner verbunden. Damit sind Datendurchsatzraten von bis zu 800 MByte/s möglich. Zudem konnte dank der neuen 64-Bit-Register die Größe des Arbeitsspeichers drastisch erhöht werden: er beginnt bei 64 GByte und endet bei 3 Terabyte.

Happy Birthday, IBM System z

Zu so einer Geburtstagsfeier gehören natürlich immer die passenden Gratulanten.. In diesem Fall sind es zahlreiche Unternehmen, die Mainframe-Rechner der System z-Serie im Einsatz haben. Dazu gehören unter anderem Swiss Mobiliar, die Datenstelle der Deutschen Rentenversicherung (DSRV), DATEV eG,  Schwenk ZementEndress+HauserProvinzial, Fiducia it ag und die Häfele GmbH & Co. KG. Happy Birthday, IBM System z!

Update: Mein Videointerview von der CeBIT 2014 zu System z ist online.

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Michael Hülskötter

Ich schreibe im Auftrag der IBM Deutschland GmbH auf dem Hightech Computing Blog.
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